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Neulich im Kaffeehaus
Ulrike Beimpold serviert literarische Köstlichkeiten

Cover: Neulich im Kaffeehaus herausgegeben vom Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
gelesen von Ulrike Beimpold
Mit einer musikalischen Melange vom CrossNova Ensemble

Die von Ulrike Beimpold gefühlvoll ausgewählten Texte spannen einen Bogen von Heine und Nestroy bis hin zu Schnitzler sowie bislang unveröffentlichten Texten. Die Essenz dazu bilden die klassischen Kaffeehausliteraten: Peter Altenberg, Joseph Roth, Anton Kuh und Karl Kraus.

Das CrossNova Ensemble reflektiert Worte und Stimmungen mit Melodien von Bach, Mozart, Strauss, Brahms bis hin zu Bizet – in neuen, teils unkonventionellen Arrangements.

»Am Kaffeesiederball, wenn die Kaffeehäuser den Touristen für eine Nacht vorgaukeln "Wien sei die Stadt, die niemals schläft", schanzen sich die Regenten der Häferl die späten Gäste zu.
Der Schwarze-Bohnen-Ball ist meiner! Jedes Mal, wenn ich nach Mitternacht erschöpft und walzerselig meine Goldschuhe wegen des vergatschten Wetters verstaut habe, stimmt es mich schnitzlerisch froh, vor der Hofburg das
Klack, klack, klack & Trapp, trapp, trapp & Brrrr der Wiener Fiaker zu vernehmen. Sie warten auf die Ballbesucher, springen keck und frisch wie um 2 Uhr nachmittags von ihrem Bock, öffnen den Schlag und geleiten die Musikbeschwipsten mit angezündeten, nur romantisch flackernden Laternen ins nahe Cafe Landtmann. Dort wuselt es von alten Bekannten im Ballfrack und im Kellnerfrack.
Es werden Landtmannwürstel mit süßem Senf und Kren und drauf a heiße T'schoklad mit Schlag verdrückt! Und alle Jahre wieder weide ich mich an glucksenden Debütantinnen in weißen Kleidchen samt Glitzerkrönchen und rot erhitzten Bäckchen, die einen beliebigen Herrn zu sich winken, um ein letztes Gläschen Sekt zu bestellen, und allemal ist es kein Herr Ober, den sie erwischen. Ich ergötze mich an platt gedrückten Nasen, die an den Scheiben des Cafe Landtmann picken. An Filmkameras von Hergereisten, die festhalten müssen, was ihnen in der Heimat niemand glauben würde. Die Wiener übertreffen ihr eigenes Klischee. Ein Sissi-Märchen. Die sitzen mitten in der Nacht im Wiener Kaffeehaus, eingeschnürt in Mieder und Korsett, adrett mit Mascherl und Bauchbinde wie zur Jahrhundertwende, völlern freudig barock, wie wenn es kein Morgen gäbe. Und wahrscheinlich ist das bei denen tagein und vor allem tagaus so!!! Leider nein.«
— Ulrike Beimpold

Mehr zum Hörbuch

Hörbuch für Erwachsene — erschienen im Jänner 2012
2 Audio-CDs | 143 Minuten | gelesen von Ulrike Beimpold
€ 19,95 | ISBN 978-3-99022-032-0

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